Vollversammlung 2016

Jugendpolitische Forderungen zur Landtagswahl 2017

Beschluss der Vollversammlung 2016

Etwa 100 Delegierte aus den Jugendverbänden und Kreisjugendringen in Schleswig-Holstein sowie Gäste von Parteien und Verbänden waren der Einladung des Landesjugendrings zu seiner jährlichen Vollversammlung in die Jugendherberge Scharbeutz gefolgt und beschlossen jugendpolitische Forderungen zur Landtagswahl.

Ehrenamt in der Jugendarbeit anerkennen: Jugendverbandsarbeit angemessen fördern und Freiräume für ehrenamtliches Engagement schaffen

Der Landesjugendring weist in seinem Beschluss „Gute Jugendpolitik für Schleswig-Holstein“ darauf hin, dass es wichtig ist, nicht nur die Bevölkerungsmehrheit der Älteren, sondern auch die Minderheit der Jungen im Blick zu haben und damit in die Zukunft zu investieren. Die Zuschüsse für die Jugendverbände in Schleswig-Holstein wurden seit Mitte der Neunzigerjahre nicht mehr erhöht, während die Kosten für Aus- und Fortbildung und für die 18 hauptamtlich tätigen Bildungsreferent_innen auf Landesebene deutlich gestiegen sind. 

Die Jugendverbände fordern außerdem mehr Freiräume für ehrenamtliches Engagement und schlagen u.a. vor, eine Freistellungsregelung wie in Norwegen einzuführen: Einführung einer Regelung nach dem Vorbild Norwegens: Jede_r Schüler_in soll das Recht haben, sich für ehrenamtliches Engagement 12 Tage im Jahr von der Schule freistellen zu lassen. Auch für Studierende, Auszubildende und Arbeitnehmer_innen schlägt der Landesjugendring Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit mit dem Ehrenamt vor.

Kindern und Jugendlichen eine starke Stimme geben

„Gute Jugendpolitik funktioniert ressortübergreifend und redet mit jungen Menschen statt über sie“, betonte Alexandra Ehlers, Vorsitzende des Landesjugendrings. Sie bedauerte, dass die gesetzliche Verpflichtung in der Schleswig-Holsteinischen Gemeindeordnung zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen nicht konsequent umgesetzt wird. Der Landesjugendring fordert eine flächendeckende Umsetzung von Beteiligungsprojekten und Fortbildungsangeboten im Land. Die Delegierten beschlossen einstimmig zu prüfen, inwieweit ein Verbandsklagerecht bei Nichtbeachtung der Beteiligungsrechte eingeführt werden kann. Auch bei der Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Schule sehen die Jugendverbände Nachbesserungsbedarf.

Ausbildungs- und Arbeitsplätze

Die Jugendverbände und Jugendringe begrüßen die Anstrengungen den Übergang zwischen Schule und Beruf zu verbessern, u.a. durch möglichst einheitlich gestaltete Jugendberufsagenturen. Gleichzeitig fordern sie eine Reihe von Verbesserungen, u.a. bei der Schaffung von Ausbildungsmöglichkeiten im ländlichen Raum und beim Jugendarbeitsschutz. Insbesondere bei der Integration junger Geflüchteter sehen sie großen Handlungsbedarf. Der Landesjugendring fordert, auch jungen Geflüchteten, die nicht mehr die Berufsschulpflicht erfüllen, sofort nach ihrer Registrierung die Teilnahme an Sprachunterricht und Ausbildungsvorbereitung zu ermöglichen. 

Weitere Forderungen betrafen die Themen Mobilität, Internetzugang, bezahlbarer Wohnraum und Jugendstättenbau.

Beschluss jugendpolitische Forderungen zur Landtagswahl 2017

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