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Politische Jugendbildung, Jugendstättenbau und Mädchenzentren gefährdet

Pressemitteilung vom 21. Jul 2000, Jens Peter Jensen

Kiel. Am 20.07. beschäftigte sich der Vorstand des Landesjugendrings mit den geplanten Kürzungen des Landes im Jugendbereich. Auch wenn der Jugendbereich insgesamt mit einem blauen Auge davongekommen ist, macht sich der Landesjugendring besondere Sorgen um die Zukunft der Förderung der politischen Jugendbildung, die Finanzierung des Jugendstätten-baus und die Zukunft der Mädchenzentren.

Während im Bereich der politischen Bildung der aktuelle Haushaltsansatz von 300.000,-DM auf 200.000,- DM abgesenkt werden soll, wird für die Mädchenzentren ebenfalls eine Kür-zung um 100.000,- DM, von 295.000,-DM auf 195.000,- DM ins Auge gefasst.

Im Bereich des Jugendstättenbaues sind die Zuschüsse für öffentliche Träger der Jugendarbeit im Jahr 2001 auf Null gesetzt, während der Haushaltsansatz für freie Träger glücklicherweise bei 613.000,- DM bleibt. Durch den Landesjugendring vorliegenden Berechnungen des Ju-gendherbergswerks würden allerdings für die Haushaltsjahre 2001 bis 2003 Zuschüsse von insgesamt 1,9 Millionen an Landesmitteln fehlen, die insgesamt ein Investitionsvolumen von 5,7 Millionen im Land Schleswig-Holstein auslösen würden.

"Wir wissen, dass im Bereich der Jugendfreizeitstätten Sanierungsbedarf, aber auch ein großer Modernisierungsbedarf vor allem in qualitativer Hinsicht besteht", erklärte Hans-Jürgen Kütbach, Vorsitzender des Landesjugendrings, "deshalb sind wir erstaunt, dass das Land die Förderungen im Jugendstättenbau so stark zurückfährt. Leider sind Signale, die das Land setzt, in der Regel auch Orientierungsmaß für das Zuschussverhalten der Kreise und Gemein-den. Von daher befürchten wir, dass wenn es nicht gelingt, wesentliche Förderungsbereiche auf Landesebene zu erhalten, die Förderung der Jugendarbeit im Lande insgesamt erheblichen Schaden nimmt", erläuterte Kütbach die Position der Jugendverbände weiter. Der Vorstand des Landesjugendrings beschloss, nach der endgültigen Vorlage der Haushaltszahlen für den Landeshaushalt 2001 aber auch für die darauf folgenden Jahre, das Gespräch mit den Landtagsparteien zu suchen, um Schaden für die Jugendhilfe in Schleswig-Holstein abzuwenden.

Der Landesjugendring befürchtet, dass das Land drauf und dran ist, sich aus zentralen Bereichen der Jugendförderung ganz zurückzuziehen. "Wenn diese Tendenz nicht gestoppt werden kann, wird die Landesregierung weder die von ihr angekündigte Offensive im Bereich Jugendarbeit und Schule umsetzen können, noch den im Jugendförderungsgesetz enthaltene Grundsätze über die Förderung der Jugendarbeit im Lande", erklärte Hans-Jürgen Kütbach, Vorsitzender des Landesjugendrings.

Der Landesjugendring wurde 1949 als Arbeitsgemeinschaft schleswig-holsteinischer Jugend-verbände gegründet. Er vertritt heute die Interessen von 22 Mitgliedsorganisationen und 15 Kreisjugendringen, denen zur Zeit mehr als 500.000 Kinder und Jugendliche angehören. Zu den wesentlichen Aktivitäten der Jugendverbände gehören Jugendbildungs-, Freizeit- und Erholungsmaßnahmen. Hierfür stehen in Schleswig-Holstein rund 200 Einrichtungen mit insgesamt 25.000 Übernachtungsplätzen zur Verfügung. Die Arbeit der Jugendverbände in Schleswig-Holstein wird vor allem durch die mehr als 20.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen.


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