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Mözener Gespräch mit Jugendstaatssekretärin Dr. Bettina Bonde

Pressemitteilung vom 07. Okt 2010, tim

Deutliche Kritik an Kürzungen der Landesregierung in der Jugendarbeit

Mözen/Kiel. Über 50 VertreterInnen aus der Jugendarbeit diskutierten am Dienstag, den
05. Oktober auf Einladung des Landesjugendrings mit Jugendstaatssekretärin Dr. Bettina Bonde in der Jugendbildungsstätte Haus Rothfos in Mözen/Bad Segeberg die vom Land geplanten Kürzungen in der Jugendarbeit. Alexandra Ehlers, Vorsitzende des Landesjugendrings, machte in ihrer Begrüßung deutlich, dass die Jugendverbände Verständnis für die Haushaltsprobleme des Landes hätten, eine Kürzung aber, die über 10 Prozent hinaus geht, lehnte sie jedoch entschieden ab. Bisher sind jedoch Einsparungen von über 25 Prozent bei den Jugendverbänden, 30 Prozent beim Landesjugendring und eine totale Streichung der Zuschüsse für die vier Mädchentreffs im Land vorgesehen. Von den rund 3,3 Millionen Euro Landesförderung für die Jugendarbeit 2010 sollen bis 2012 in zwei Schritten über 1,3 Millionen Euro eingespart werden.

Staatssekretärin Dr. Bonde, die beim Mözener Gespräch Jugendminister Garg vertrat, machte in ihrer Rede an die VertreterInnen aus der Jugendarbeit klar, dass sie keine Alternative zu den geplanten Kürzungen in der Jugendarbeit sähe, weil das Land seine Verschuldung zurückfahren müsse, damit auch zukünftige Generationen politischen Gestaltungsspielraum hätten. Aus ihrer Sicht müsse der Staat in Zeiten knapper Kassen seine Ausgaben im Sozialen vor allem auf die Linderung der Nöte von Kinder und Jugendlichen aus finanziell benachteiligten Familien konzentrieren.

In der über zweistündigen Diskussion wiesen die VertreterInnen der Jugendarbeit darauf hin, dass auch die ehrenamtlich getragene Jugendarbeit einen hohen Beitrag zur Integration von Jugendlichen aus benachteiligten Verhältnissen leistet. Dieser kann aber nur aufrechterhalten werden, wenn die jungen Ehrenamtlichen auch in Zukunft von hauptamtlichen MitarbeiterInnen in der Jugendarbeit beraten, fortgebildet und unterstützt werden. Genau diese Unterstützung, hieß es in der Diskussion, will das Land jetzt zusammenstreichen, was in einzelnen Jugendverbänden auch zu Stellenstreichungen bei den nur 17 Bildungsreferenten im Lande führen könnte. Besonders hart sind die vier Mädchentreffs von den Kürzungen betroffen. Ihre Landesförderung soll nach den Plänen der Landesregierung zum Jahresende ganz eingestellt werden. Nele Harms, Mädchentreff Ostenfeld, brachte ihre Situation auf den Punkt: „Uns wird der Boden unter den Füßen weggezogen, bestehende Angebote wegbrechen zu lassen ist nicht nachhaltig“. Auch wenn Staatssekretärin Dr. Bonde keinen Ausstieg aus den Kürzungen zusagte, bot sie zumindest an, kurzfristig einen Mädchentreff zu besuchen. Am Ende der hart aber fair geführten Diskussion hatten die JugendverbandsvertreterInnen den Eindruck, Staatssekretärin Dr. Bonde die Aufgaben der Jugendarbeit, des Ehrenamts und ihre Probleme mit den geplanten Kürzungen umfassend erläutert zu haben.

Unsere Hoffnungen ruhen jetzt darauf, dass in den Haushaltsberatungen im Landtag die Kürzungen noch erheblich abgemildert werden können, erklärte Alexandra Ehlers in ihrem Schlusswort zum Mözener Gespräch und kündigte an, dass für Ende November ein weiteres Gespräch mit den jugendpolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen im Haus Rothfos in Mözen stattfinden wird.

Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft schleswig-holsteinischer Jugendverbände und Jugendringe. Er vertritt die Interessen von 25 Mitgliedsorganisationen und 15 Kreisjugendringen, denen zurzeit mehr als 500.000 Kinder und Jugendliche angehören. Zu den wesentlichen Aktivitäten der Jugendverbände gehören Jugendbildungs-, Freizeit- und Erholungsmaßnahmen. Hierfür stehen in Schleswig-Holstein rund 200 Einrichtungen mit insgesamt 25.000 Übernachtungsplätzen zur Verfügung. Die Arbeit der Jugendverbände in Schleswig-Holstein wird vor allem durch die mehr als 20.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen.


Redaktion:
Jens Peter Jensen
06.10.2010

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