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Landesjugendring will Dialog mit Politik über Jugendförderung verstärken
Pressemitteilung vom 11. Jan 2003, Jens Peter JensenKiel. 100 Gäste aus Politik und Jugendarbeit begrüßte Judith Andresen, Vorsitzende des Landesjugendrings am Freitagabend zum Neujahrsempfang des Landesjugendrings in der Räucherei in Kiel. Als wichtigstes Ziel für die verbandliche Jugendarbeit 2003 kündigte sie die Entwicklung eines Forderungskataloges zur Jugendförderung an. "Die Kürzungen der Jugendförderung im laufenden Haushalt haben die Jugendverbände hart getroffen. Wir müssen jetzt unsere Forderungen zur Absicherung der Kontinuität in der Jugendarbeit gezielt an die Politik herantragen, damit trotz knapper Haushaltsmittel die ehrenamtliche Jugendarbeit nicht gezwungen sein wird, weitere Einschnitte bei ihren Angeboten für Kinder und Jugendliche zu machen", erklärte die Vorsitzende des Landesjugendrings.
Von der Landespolitik verlangte sie
ein positives Signal für die Jugendförderung im Lande; das sei besonders
wichtig, weil auch in der Kommunalpolitik der Druck groß sei, aufgrund
der leeren Kassen in der Jugendarbeit, Einsparungen vorzunehmen. Als lobendes
Beispiel nannte Judith Andresen die Kreistagspolitiker in Nordfriesland, die
sich kürzlich trotz Haushaltsunterdeckung nicht entschlossen hatten, bei
der Jugendarbeit weitere Kürzungen vorzunehmen. Die Nordfriesen hatten
nämlich erkannt, dass mit Kürzungen bei der Jugendarbeit ihr Haushaltsproblem
nicht zu lösen war. "Wer seine Haushalte sanieren will, muss mehr
tun als nur die Portokasse neu zu ordnen", strich Andresen heraus.
Alle notwendigen Reformen in unserer
Gesellschaft werden nach Auffassung der Jugendverbände nur dann Erfolg
haben, wenn sie von jungen Menschen mitgetragen werden und wenn die nicht den
Eindruck haben, ihre Interessen fielen nicht ins Gewicht. Die Jugendverbände
wollen sich aktiv einmischen und jungen Menschen Möglichkeiten geben, an
der Gestaltung der Gesellschaft teilzunehmen. Das können sie aber nur,
wenn auch weiterhin ausreichend Jugendleiterinnen und -leiter ausgebildet und
Veranstaltungen und Seminare auch öffentlich mitfinanziert werden. Was
die Jugendarbeit jedoch nach Auffassung des Landesjugendrings auch benötigt,
ist ein positives Klima, Interesse und Ansporn für den Einzelnen und Vertrauen
in die Institutionen und ihre Veränderungsfähigkeit.
Die Grüße des Landtags
überbrachte Landtagsvizepräsidentin Gabriele Kötschau, SPD, die
in ihrem Beitrag auf dem Neujahrsempfang auf die Notwendigkeit hinwies, die
Kürzungen in der internationalen Jugendarbeit schnell wieder rückgängig
zu machen. Besonders hob sie die Bedeutung der alljährlich vom Landesjugendring
veranstalteten Ostsee-Jugendkonferenz hervor.
Mit einem Buchgeschenk gratulierte
Judith Andresen, Vorsitzende des Landesjugendrings, Arthur Christiansen, dem
Beauftragten für die Jugendsammlung im Kreis Schleswig-Flensburg, der für
sein Engagement in der Jugendarbeit und in der Kommunalpolitik am 3. Oktober
2003 das Bundesverdienstkreuz von Bundespräsident Johannes Rau überreicht
bekommen hat.
Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft
schleswig-holsteinischer Jugendverbände und Jugendringe. Er vertritt die
Interessen von 24 Mitgliedsorganisationen und 15 Kreisjugendringen, denen zur
Zeit mehr als 500.000 Kinder und Jugendliche angehören. Zu den wesentlichen
Aktivitäten der Jugendverbände gehören Jugendbildungs-, Freizeit-
und Erholungsmaßnahmen. Hierfür stehen in Schleswig-Holstein rund
200 Einrichtungen mit insgesamt 25.000 Übernachtungsplätzen zur Verfügung.
Die Arbeit der Jugendverbände in Schleswig-Holstein wird vor allem durch
die mehr als 20.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen.



