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Landesjugendring und Sportjugend fordern Ausbau der Freiwilligendienste

04. Mär 2010

Kiel. Auf ihrem gemeinsamen Fachtag am 03. März 2010 im Haus des Sports in Kiel forderten der Landesjugendring und die Sportjugend den Ausbau der geförderten Jugendfreiwilligendienste im Land von derzeit 870 auf 1000 Stellen.

Dabei machten sie vor den 120 Teilnehmenden deutlich, dass ein Ausbau der geförderten Freiwilligenplätze nicht zu Lasten der bestehenden Angebote im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und im Freiwilligen Ökologischen Jahr gehen dürfe. Darüber hinaus wurde vorgeschlagen, das vor allem auch von der FDP geforderte FSJ-Politik zügig einzuführen.

 In ihrem Einführungsvortrag zu Entwicklungen und Perspektiven der Jugendfreiwilligendienste auf Bundesebene hob Dörte Lüdeking von der Koordinationsstelle Jugendfreiwilligendienst im Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik(ISS) Berlin die enorme Steigerung der geförderten Freiwilligenstellen hervor. Seit dem Jahr 2005/2006 konnte die Zahl der Freiwilligenplätze um 4700 auf 37.500 im Jahr 2009/2010 im In- und Ausland gesteigert werden. Trotzdem bewerben sich immer noch 5 BewerberInnen auf eine Freiwilligenstelle. Zur Unterstützung und Stärkung der Freiwilligendienste schlug sie vor, die Trägerberatung auszubauen, die Freiwilligendienstzeit auf die spätere Ausbildung anzurechnen und die Träger von Verwaltungsaufgaben und Umsatzsteuer zu befreien.

Einig waren sich die Veranstalter und Teilnehmenden, dass die Verkürzung des Wehrdienstes und die dann notwendigen Anpassungen der Strukturen im Zivildienst nicht zu Lasten der Freiwilligendienste gehen dürften. Diese Frage ist deshalb wichtig, weil das Bundesjugend-ministerium zur Zeit 6.700 Plätze für anerkannte Kriegsdienstverweigerer fördert, für die es mit 420,-- € monatlich eine höhere Förderung gibt als für die meisten anderen Freiwilligen.

Staatssekretärin Dr. Bettina Bonde vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein erklärte zur zukünftigen Entwicklung der Freiwilligendienste in Schleswig-Holstein: „Das freiwillige Soziale Jahr ist ein Gewinn nicht nur für junge Menschen, sondern für die ganze Gesellschaft. Wir wollen daher, trotz der notwendigen drastischen Sparanstrengungen des Landes, die Anzahl vorhandener Plätze in Schleswig-Holstein erhalten. An diesem hoch gesteckten Ziel arbeiten wir zurzeit mit allen Beteiligten."


Der Landesjugendring und die Sportjugend kündigten an, sich weiterhin aktiv in die Diskussion um die Weiterentwicklung der Freiwilligendienste einzumischen.

Im Rahmen von fünf Arbeitsgruppen wurden der Bildungscharakter der Freiwilligendienste, die Einsatzmöglichkeiten von Freiwilligen in den Arbeitsfeldern Schule, Jugendverbände, Freiwilligendienste und benachteiligte Jugendliche und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Träger von Freiwilligendiensten diskutiert.

In der Talkrunde mit den jugendpolitischen SprecherInnen der Landtagsparteien und VertreterInnen von FSJ-Trägern und Landesjugendring sprachen sich alle Diskussionsteilnehmer-Innen für die Notwendigkeit aus, die Freiwilligendienste weiter auszubauen. Die Vertreter der Regierungsparteien machten trotz ihrer Unterstützung für die Jugendfreiwilligendienste aber auch auf die außerordentliche schwierige Haushaltssituation des Landes aufmerksam. Aus dem Plenum wurde vorgeschlagen, einen Runden Tisch einzurichten, um unter Einbeziehung der zuständigen Ministerien Möglichkeiten auszuloten, wie ein weiterer Ausbau der Jugendfreiwilligendienste umsetzbar ist.

Abschließend erklärten Dietmar Rohlf, Sportjugend und Alexandra Ehlers, Landesjugendring: „Für die Zukunft erwarten wir eine Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten für junge Freiwillige und eine steigende Nachfrage junger Menschen nach Freiwilligenplätzen. Freiwilligendienste sind keine
Bildungsnischen mehr, sie werden mehr und mehr zum integralen Bestandteil der Bildungs-biographie junger Menschen“.

Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft schleswig-holsteinischer Jugendverbände und Jugendringe. Er vertritt die Interessen von 25 Mitgliedsorganisationen und 15 Kreisjugendringen, denen zurzeit mehr als 500.000 Kinder und Jugendliche angehören. Zu den wesentlichen Aktivitäten der Jugendverbände gehören Jugendbildungs-, Freizeit- und Erholungsmaßnahmen. Hierfür stehen in Schleswig-Holstein rund 200 Einrichtungen mit insgesamt 25.000 Übernachtungsplätzen zur Verfügung. Die Arbeit der Jugendverbände in Schleswig-Holstein wird vor allem durch die mehr als 20.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen.

Die Sportjugend Schleswig-Holstein ist der eigenständige Jugendverband im Landessportverband Schleswig-Holstein e.V. Sie vertritt die Interessen von über 380.000 Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen in den 2.700 Sportvereinen und -verbänden des Landes. Das Tätigkeitsfeld der Sportjugend Schleswig-Holstein ist die außerschulische, freiwillige Jugendarbeit und die Jugendbildung im Sport. Die Sportjugend ist seit 2003 anerkannter Träger des FSJ im Sport und bietet FSJ-Plätze flächendeckend in allen Kreisen und kreisfreien Städten an. Aktuell leisten 76 junge Menschen ein FSJ im Sport ab.

Redaktion
Jens Peter Jensen
04.03.2010

 


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