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Landesjugendring tritt für Zusammenfassung der Jugendfreiwilligendienste ein
Pressemitteilung vom 13. Mai 2011, timGlinde. Auf der 84. Vollversammlung des Landesjugendrings am Sonnabend, den 07. Mai im Bürgerhaus setzten sich die Delegierten intensiv mit den Jugendfreiwilligendiensten und dem neuen Bundesfreiwilligendienst auseinander.
Sie forderten, den Bundesfreiwilligendienst, der zum 1. Juli an die Stelle des bisherigen Zivildienstes tritt, langfristig genauso wie das Freiwillige Soziale – und z. B. das Freiwillige Ökologische Jahr zu organisieren, damit junge Menschen und ihre Eltern ohne große Mühe erfahren können, welche Mittel Freiwilligen während ihrer Dienstzeit zur Verfügung stehen.
Alexandra Ehlers, Vorsitzende, stellte dies schon in ihrer Begrüßungsrede gegenüber den 120 Delegierten und Gästen heraus und äußerte die Erwartung, dass sich in der Praxis der Jugendverbände das klassische Ehrenamt und die Jugendfreiwilligendienste ideal ergänzen könnten. Sie erklärte: „Junge Freiwillige werden keinen Ehrenamtlichen und keine Ehrenamtliche, die in der Freizeit aktiv sind, ersetzen. Gerade auch nach den erfolgten Kürzungen in der Jugendarbeit im Land für die laufende Haushaltsperiode 2011 und 2012 bleiben die Ehrenamtlichen die zentrale Stütze der Jugendverbandsarbeit in Schleswig-Holstein. Unsere Hauptaufgabe wird es bleiben, sie so fortzubilden, dass sie in der Lage sind, ihren Aufgaben in der Jugendarbeit dauerhaft, kompetent und mit Spaß an ihrem Ehrenamt nachgehen.“
Darüber hinaus forderte sie die Landesregierung in ihrer Rede auf, bei der landesrechtlichen Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepaketes der Bundesregierung die Jugendverbände rechtzeitig zu beteiligen. Sie hob hervor, dass Kreisjugendringe, Jugendverbände und Sportvereine bereit seien, Kindern und Jugendlichen, die Anspruch auf die neuen Teilhabeleistungen hätten, verstärkt in ihre Arbeit zu integrieren.Ein ähnliches Angebot an das Land und die Kreise machte sie in Bezug auf die Einrichtung zusätzlicher Stellen für die Schulsozialarbeit. Hier schlug sie vor, auch Stellen an Jugendverbände und Kreisjugendringe zu vergeben. Damit ließe sich die Zusammenarbeit zwischen Jugendarbeit & Schule weiter verfestigen und das Angebot von Vereinen und Verbänden an Schulen weiter ausbauen. Insgesamt bewertete sie die Verabschiedung des Bundesfreiwilligengengesetzes und die Entwicklung des Bildungs- und Teilhabepaktes auf Bundesebene als Herausforderung und als Aufwertung der außerschulischen Bildungsarbeit in den Jugendverbänden.
In den Arbeitsgruppen wurde noch einmal betont, dass Jugendfreiwilligendienste als Bildungs- und Orientierungsjahre für Jugendliche eine immer größere Rolle spielen würden. Das vom Hauptausschuss des Landesjugendrings vorgelegte Positionspapier „Jugendfreiwilligendienste und Ehrenamt“ wurde mit großer Mehrheit beschlossen.
In einer ebenfalls mit großer Mehrheit angenommenen Stellungnahme zum Regierungsentwurf eines Bundeskinderschutzgesetzes fordern die Jugendverbände dazu auf, für die Sicherung des Kindeswohls gesetzliche Regelungen mit Augenmaß zu finden, die die Leistungsfähigkeit der freien und der öffentlichen Träger nicht überfordern. Die Einführung einer Führungszeugnispflicht für Ehrenamtliche in der Jugendarbeit lehnt der Landesjugendring weiterhin ab und setzt stattdessen auf eine weitere Verbesserung der Aus- und Fortbildung von Jugendleiterinnen und –leitern. Bei den Vorstandswahlen wurde die bisherige Vorsitzende, Alexandra Ehlers, 27, Politikwissenschaftlerin in Kiel für weitere zwei Jahre in ihrem Amt bestätigt. Neu als stellvertretende Vorsitzende wurden Melf Behrens, Jugendfeuerwehr und Sebastian Borkowski von der DGB-Jugend gewählt. Marion Blasig, Sportjugend, wurde für weitere zwei Jahre in ihrem Amt als stellvertretende Vorsitzende bestätigt.
Auf Antrag der DGB-Jugend Nord beschloss die Vollversammlung die Landesregierung aufzufordern für die Umsetzung des gesetzlichen vorgeschriebenen Jugendarbeitsschutzes im Hotel- und Gaststättengewerbe zu sorgen. Außerdem soll das Sozialministerium unbedingt den Landesausschuss für Jugendarbeitsschutz einberufen, damit in diesem Gremium über die Verbesserung des Jugendarbeitsschutzes beraten werden kann.
Neu als Anschlussmitglied wurde einstimmig die Jugend des Norddeutschen Karneval-Verbands (NKV-Jugend) in den Landesjugendring aufgenommen. In der NKV-Jugend sind rund 800 junge Menschen in 22 Vereinen in Schleswig-Holstein organisiert.
Im Rahmen des Prüfverfahrens für jugendtouristische Einrichtungen in Schleswig-Holstein vergab der Landesjugendring das Prüfsiegel „Empfohlen durch den Landesjugendring“ an die Jugendherberge Helgoland, das „Pidder-Lüng-Haus“ und das „Möwennest“ in Hörnum auf Sylt und an die Bildungsstätte Niendorf. Die drei Einrichtungen, die von der Schleswig-Holsteinischen Gesellschaft für Einrichtungen der Jugendpflege in Kiel betrieben werden, haben den Zertifizierungsprozess erfolgreich durchlaufen. Durch die Einführung des Prüfverfahrens für jugendtouristische Einrichtungen im letzten Jahr leistet der Landesjugendring einen Beitrag zur Verbesserung der Qualität der Angebote im Jugendtourismus.
Bild: Der Vorstand des Landesjugendrings mit dem Geschäftsführer von links nach rechts - Melf Behrens (Jugendfeuerwehr im Landesverband SH), Jens Peter Jensen (Geschäftsführer LJR SH), Corinna Felsch (Arbeitsgemeinschaft der Ev. Jugend)), Hannes Clausen (Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder LV SH/HH), Ulf Bauer (Vertreter der KJR’e), Inken Hofbauer (DLRG-Jugend), Marion Blasig (Sportjugend SH),Sebastian Borkowski (DGB-Jugend Nord) Alexandra Ehlers (Landesmusikjugend)
Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft schleswig-holsteinischer Jugendverbände und Jugendringe. Er vertritt die Interessen von 25 Mitgliedsorganisationen und 15 Kreisjugendringen, denen zurzeit mehr als 500.000 Kinder und Jugendliche angehören. Zu den wesentlichen Aktivitäten der Jugendverbände gehören Jugendbildungs-, Freizeit- und Erholungsmaßnahmen. Hierfür stehen in Schleswig-Holstein rund 200 Einrichtungen mit insgesamt 25.000 Übernachtungsplätzen zur Verfügung. Die Arbeit der Jugendverbände in Schleswig-Holstein wird vor allem durch die mehr als 20.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen.
Redaktion:
Jens Peter Jensen
09. Mai 2011
Beschlüsse der 84. Vollversammlung (PDF):
- Beschluss DGB-Jugend Ausbildungsbedingungen
- Beschluss Jugendfreiwilligendienste, Positionspapier
- Beschluss zum Bundeskinderschutzgesetz
Foto-Impressionen von der 84. Vollversammlung:






















