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Landesjugendring beschloss weiteren Ausbau der internationalen Jugendarbeit in der Ostseeregion
Pressemitteilung vom 09. Mai 2000, Jens Peter JensenMölln/Kiel: Auf seiner 73. Vollversammlung beschloss der Landesjugendring am 6. Mai 2000 in Mölln seine Aktivitäten im Rahmen der internationalen Jugendarbeit in der Ostseeregion weiter zu stärken.
In einem weiteren Antrag wurde die Landesregierung aufgefordert, eine Initiative "Jugendarbeit ans Netz" zu starten, um zusammen mit Telekommunikationsunternehmen ähnlich wie bei Initiative "Schule ans Netz" dafür zu sorgen, dass alle Jugendeinrichtungen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendarbeit einen kostenlosen Zugang zum Internet erhalten.
In seiner Begrüßungsrede vor der Vollversammlung hob Hans-Jürgen Kütbach, Vorsitzender des Landesjugendringes, die Bedeutung der Jugendpolitik für den Prozess des Zusammenwachsens der Ostseeregion hervor. Die Politik forderte er auf, Themen wie die Überwindung von Jugendarbeitslosigkeit, den Auf- und Ausbau von Jugendhilfestrukturen und die Förderung des Austausches von Jugendgruppen verstärkt auf die Tagesordnung ihrer ostseepolitischen Zusammenkünfte zu setzen. Ausführlich ging er in diesem Zusammenhang auf den seit 20 Jahren bestehenden deutsch-finnischen Jugendaustausch in den Provinzen Süd- und Ostfinnland ein. Auch Ullrike Hjelt-Hansson, Jugend- und Kulturreferentin der Provinz Südfinnland hob in ihrem Grußwort die besondere Rolle des deutsch/finnischen Jugendaustausches für die Entwicklung der Jugendzusammenarbeit in der Ostseeregion hervor. Sie trat dafür ein, den gemeinsamen Dialog unter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendarbeit und Maßnahmen des Jugendaustausches weiter zu intensivieren.
Landtagspräsident Heinz-Werner Arens, SPD, und die neue Jugendministerin Anne Lütkes , Die Grünen, stellten in ihren Beiträgen vor der Vollversammlung die besondere Bedeutung des Landesjugendringes und der Jugendverbände für das Zusammenwachsen Europas in der Ostseeregion hervor. Landtagspräsident Arens sagte in diesem Zusammenhang zu, die Förderung nach Vereinfachung von Einreisebestimmungen und Visaregelungen durch die Politik zu stützen. Jugendministerin Anne Lütkes, die zum erstenmal nach ihrer Ernennung zur Ministerin im April diesen Jahres vor den Jugendverbänden sprach, bezeichnete die Jugendverbände als jugendpolitische Interessenvertretung, die wesentlich zum Aufbau einer aktiven Bürgergesellschaft beitrage und deshalb weiterhin alle denkbare öffentliche Unterstützung brauche.
In ihrer Entschließung zu Perspektiven internationaler Jugendarbeit und Jugendpolitik in der Ostseeregion forderten die Jugendverbände die Einführung eines "Baltic Sea Ferry Tickets" als Ermäßigung für Jugendleiterinnen und Jugendleiter, die europaweite Schaffung einer funktionierenden Jugendförderung für den internationalen Jugendaustausch und die Einbeziehung der Wirtschaft in den Ausbau der Jugendkontakte, z.B. durch die zur Verfügungstellung von Praktikumplätzen für junge Menschen aus anderen Ländern der Region und durch die Unterstützung bei der Gründung einer Ostsee-Jugendstiftung, wie sie bereits vor zwei Jahren der ehemalige schleswig-holsteinische Justizminister Gerd Walter vorgeschlagen hatte. Sich selbst verpflichteten die Jugendverbände in diesem Zusammenhang dafür einzutreten, durch eine Festigung der Jugendkontakte in der Ostseeregion einen wichtigen Beitrag zur Integration vor allem Polens und des Baltikums in eine erweitere europäische Union zu leisten. Hans-Jürgen Kütbach, Vorsitzender des Landesjugendringes, forderte die Jugendverbände auf, im Rahmen der Aktivitäten des internationalen Jahres der Freiwilligen 2001, in ihrer politischen Bildungsarbeit die Eigenverantwortung und Engage-ment der Bürgerinnen und Bürger für ein demokratisches und pluralistisches Europa zu fördern.
Bei den Vorstandswahlen wurden Mathias Stein, SJD- Die Falken, und Henning Groskreutz, DAG-Jugend, zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Uwe Sommer, Kreisjugendring Stormarn, wurde für weitere zwei Jahre in seinem Amt als Vertreter der Kreisjugendringe im Vorstand des Landesjugendringes bestätigt.
Im Rahmen der Diskussion des Arbeits- und Finanzberichtes 1999 forderten die Delegierten den Landesjugendring auf, sich massiv für den Ausbau des Hauses Rothfos als Jugendbildungsstätte des Landesjugendringes einzusetzen.
Als neues Anschlussmitglied nahm die Vollversammlung des Landesjugendringes die Landesarbeitgemeinschaft der Spielmobile einstimmig in den Landesjugendring auf.
Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft schleswig-holsteinischer Jugendverbände. Er vertritt die Interessen von 22 Mitgliedsorganisationen und 15 Kreisjugendringen, denen zur Zeit mehr als 500.000 Kinder und Jugendliche angehören. Zu den wesentlichen Aktivitäten der Jugendverbände gehören Jugendbildungs-, Freizeit- und Erholungsmaßnahmen. Hierfür stehen in Schleswig-Holstein rund 200 Einrichtungen mit insgesamt 25.000 Übernachtungsplätzen zur Verfügung. Die Arbeit der Jugendverbände in Schleswig-Holstein wird vor allem durch die mehr als 20.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen.



