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Alexandra Ehlers zur neuen Vorsitzenden des Landesjugendrings gewählt

Pressemitteilung vom 10. Mai 2010, tim

Landesjugendring sprach sich gegen die Einführung von Führungszeugnissen für Ehrenamtliche aus

Rendsburg. Auf seiner 83. Vollversammlung am Sonnabend, den 8. Mai im Kulturzentrum in Rendsburg wählten die Delegierten der Jugendverbände einstimmig die 26jährige Kielerin Alexandra Ehlers zur neuen Vorsitzenden. Sie tritt die Nachfolge von Thies Grothe an, der dieses Amt seit 2003 innehatte. Alexandra Ehlers studiert Politische Wissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel und vertritt die Landesmusikjugend im Landesjugendring. Sowohl die neue Vorsitzende als auch ihr Vorgänger Thies Grothe sprachen sich deutlich für eine stärkere Öffnung der Jugendverbände für Jugendorganisationen mit Migrationshintergrund und für eine frühzeitige Einbeziehung von jungen Menschen mit Behinderung in die Jugendarbeit aus. Als neuer Mitgliedsverband wurde der Bund der Alevitischen Jugend Norden in den Landesjugendring aufgenommen.

Auf der von 130 Delegierten und Gästen aus Politik und Verwaltung, darunter Staatssekretärin Dr. Bettina Bonde aus dem Jugendministerium und die jugendpolitischen SprecherInnen der Landtagsfraktionen sehr gut besuchten Vollversammlung wurde zunächst das Schwerpunktthema „Inklusion und Integration in der Jugendarbeit“ in Arbeitsgruppen diskutiert. In dem am Nachmittag beschlossenen Leitantrag „Inklusion und Integration in der Jugendarbeit“ bekennen sich die Mitgliedsverbände des Landesjugendrings zu einer Kultur der Vielfalt und dazu junge Menschen mit Migrationshintergrund und junge Menschen mit Behinderung verstärkt in ihre Arbeit einzubeziehen. Im Bereich Jugendtourismus z.B. will der Landesjugendring sein Gesamtkonzept unter dem Gesichtspunkt „Handicap“ überarbeiten. Zum Ausbau der Angebote für die interkulturelle Jugendarbeit forderte der Landesjugendring eine zusätzliche Förderung von 50.000 Euro.

Daneben beschäftigen sich die Delegierten mit der Entwicklung der Jugendfreiwilligendienste und forderten den Erhalt der finanziellen Grundlagen für alle Jugendfreiwilligendienste im Land und eine Anhebung geförderten Plätze im Freiwilligen Sozialen Jahr auf 1000. In weiteren Anträgen ging es um die Qualitätssicherung in der Aus- und Fortbildung von ehrenamtlichen Jugendleiterinnen und Jugendleitern und um den Jugendarbeitsschutz.

Die Jugendverbände sprachen sich für die Beibehaltung der geltenden Ausbildungsan-forderungen für Jugendleiterinnen und  -leiter aus. Die im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion über Missbrauch von Kindern und Jugendlichen mitunter geforderte Einführung eines polizeilichen Führungszeugnisses für Ehrenamtliche lehnten sie jedoch eindeutig ab. Nicht nur weil das erheblichen bürokratischen Aufwand und datenschutzrechtliche Probleme nach sich ziehen würde, sondern vor allem negative Auswirkungen auf die Engagementbereitschaft hätte, weil Ehrenamtliche, bevor sie sich engagieren könnten, erst einmal ein ihnen pauschal entgegengebrachtes Misstrauen entkräften und ihre Unbescholtenheit beweisen müssten. Stattdessen treten sie für mehr Fortbildung und eine stärkere Sensibilisierung für das Thema bei haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein.

In der Diskussion über mögliche Lockerungen im Jugendarbeitsschutz wurde davor gewarnt, die Schutzrechte junger Menschen in Ausbildung und Beschäftigung einzuschränken.

LJR Vorstand 2010

Foto: Der neue Vorstand des Landesjugendrings, von links nach rechts: Niklas Naumann, Kathrin Funk, Inken Hofbauer, Marion Blasig, Hannes Clausen, Alexandra Ehlers, Ulf Bauer, Corinna Felsch

Als neue stellvertretende Vorsitzende in den Landesjugendring wurden die 25jährige Kathrin Funk aus der Landjugend, Corinna Felsch, 27, von der Evangelischen Jugend und Inken Hofbauer, DLRG-Jugend, 21, gewählt. Hannes Clausen, 35, stellvertr. Vorsitzender, Bund der PfadfinderInnen und Ulf Bauer, 33, als Vertreter der Kreisjugendringe wurden für zwei weitere Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Henning Groskreutz, Ver.di-Jugend wurde als Mitglied in die Kontrollkommission gewählt.

Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft schleswig-holsteinischer Jugendverbände und Jugendringe. Er vertritt die Interessen von 25 Mitgliedsorganisationen und 15 Kreisjugendringen, denen zurzeit mehr als 500.000 Kinder und Jugendliche angehören. Die Arbeit der Jugendverbände in Schleswig-Holstein wird vor allem durch die mehr als 20.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getragen.

Redaktion
Jens Peter Jensen
10.05.2010

 Beschlüsse (PDF):


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